Zeitspiegel

Humanismus. Pluralismus. Zeitverständnis.

Der Kern der Demokratie

Objektiv betrachtet, ist das deutsche Gejammere über die Regierungsbildung Ausdruck spießiger Kleinbürgerlichkeit und lenkt leider vom entscheidenden Wesen der Demokratie ab, das es immer wieder gilt, sich vor Augen zu führen:

DEMOKRATIE BEDEUTET, DIE MACHT DER MÄCHTIGEN ZU ZÜGELN!

DAS ist der Kern der Demokratie. Alles andere ergibt sich hieraus und regelt sich dann (fast) von selbst (ein bisschen Ironie sei dem Autor zugestanden). Chancengleichheit, Recht auf Bildung, Solidarität etc. Alles sehr wichtige Themen, die man nicht müde werden darf, zu erörtern. Aber diese Projekte sind alle zum Scheitern verurteilt, wenn man den Kern der Demokratie nicht berücksichtigt. Und dieser Kern ist auch in Mittel- und Nordeuropa in Gefahr. Den vermeintlich letzten Bastionen von Pluralismus und der Idee einer sozialen Gesellschaft. Dieser gemeinsamen Basis sollten sich unsere Parteien bewusst sein, bewusst werden, wenn es darum geht, gemeinsam etwas für die Menschen, für uns alle zu tun.

Amen.

Ein kurzer Exkurs noch zur Utopie, das europäische Demokratieverständnis sei in aller Herren Länder nach unserem Muster etablierbar (welch imperialistischer Gedanke). Kürzlich gab der russische Schriftsteller Wiktor Jerofejew ein bemerkenswertes Interview im Spiegel, das uns klar machte, dass selbst im uns vermeintlich kulturell so nahestehenden Russland die Uhren anders ticken. Toleranz gegenüber Schwulen oder das Verständnis von Gemeinwohl sind hier überraschend (?) anders definiert. Das mag für westliche Gutmenschen und Weltverbesserer erschütternd sein, aber nicht alle teilen eben das Weltbild eines Gymnasiallehrers in Konstanz, der die Grünen wählt (das war böse). Noch weniger Verständnis ernten wir wohl für unsere Lebensmodelle in Afghanistan, Nigeria oder Panama. Natürlich liegt dort vieles im argen, aber wer glaubt, am Ende reichen sich alle fröhlich die Hände und tanzen zu unserem westlichen Rhythmus, ist auf dem Holzweg! Denken sie drüber nach und freuen sie sich daran, dass zumindest wir das Glück haben, in einer so pluralistischen Gesellschaft leben zu dürfen. Dieser Satz ist fern jeglichen Sarkasmus. Aber bevor sie sich wieder über Kleinigkeiten echauffieren, wiederhole ich nochmals den Kernpunkt dieses Textes, dass er sich in ihrem Gehirn einbrenne. So simpel und doch so wichtig:

DEMOKRATIE BEDEUTET, DIE MACHT DER MÄCHTIGEN ZU ZÜGELN!

Ich danke Ihnen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 13. Oktober 2013 von in Essays, Gesellschaft, Politik und getaggt mit , , , , , , .
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