Zeitspiegel

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Die Sueddeutsche disqualifiziert sich im Steinbrück Interview massivst

Eine Kampagne der Sueddeutschen gegen den Kanzler-Kandidaten der SPD? Das hätte einen vor nicht all zu langer Zeit noch überrascht. Inzwischen scheint aber nicht nur die politische Orientierung eine andere zu sein, sondern auch das Niveau (zumindest des SZ-Magazins und der SZ Online) bewegt sich zielstrebig auf das Level der Bild.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/spd-kanzlerkandidat-im-sz-magazin-steinbrueck-zeigt-den-stinkefinger-1.1769507

„Gnihihi, er hat den Stinkefinger gezeigt.“ Offenbar wie ein Vierjähriger im Sandkasten gibt sich SZ-„Journalist“ Michael König naiv überrascht, wenn ein gestandener Politiker, bisher ohne Nachweis höherer Vergehen, auf das „lustige“ und „originelle“ Spitznamen-„brain“storming nicht ganz ausgewachsener Interviewer mit dem Stinkefinger reagiert. „Peerlusconi“??? Ach Gott ja, wie lustig der Vergleich mit einem vorbestraften undemokratischen Medienhai, der mit minderjährigen Prostituierten verkehrt. Ja, nicht nur Herr Steinbrück ist dann wohl geneigt, den Mittelfinger zu zeigen.

Es gibt dem Ganzen nicht viel hinzuzufügen. Es ist zu offensichtlich Journalismus niedrigster Gangart, unwürdig, inhuman. Dazu muss man nicht einmal aus dem selben politischen Lager Steinbrücks stammen, um dies zu erkennen. Dennoch ist es Wasser auf die Mühlen Steinbrücks politischer Gegner. Hängen bleibt nur der Stinkefinger, angeblich sogar dem Wähler entgegengestreckt, was dann noch den Tatbestand der Verleumdung erfüllt.

Einzig und allein retten kann Die Sueddeutsche ihren journalistischen Ruf durch eine ausführliche Entschuldigung/Gegendarstellung. Erwachsenere Journalisten aus der Redaktion sind dazu hoffentlich noch in der Lage.

Der Autor dieses Artikels hier hatte eigentlich nicht vor, SPD zu wählen. Jetzt erscheint es aus reiner Solidarität schon verlockend.

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3 Kommentare zu “Die Sueddeutsche disqualifiziert sich im Steinbrück Interview massivst

  1. Maxim Loick (@Pausanias)
    13. September 2013

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich als SPD-Mitglied hier der Medienschelte verdächtig mache: Ich finde es auch beschämend, auf was für einem Niveau die SZ hier agiert. Das Foto ist im Zusammenhang des wortlosen Interviews ja noch ganz lustig, aber es wird dann von der Redaktion aus diesem Zusammenhang gerissen und auf den Titel verpflanzt. Aber ich ärgere mich auch über meinen Kanzlerkandidaten: Der müsste doch nach seinen Erfahrungen im Winter und Frühjahr eigentlich wissen, dass, was aus dem Zusammenhang zu reißen ist, auch aus den Zusammenhang gerissen wird.

    Und Medien-Schelte, die zweite: Jenes Interview, das die taz mit Philipp Rösler führen wollte, welches Herr Rösler aber nicht beantwortet hat, und das dann dennoch ohne Antworten veröffentlicht wurde, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die politische Journaille ganz weit unten angekommen ist. Das war so schlecht, dass ich mich gezwungen sehe, sogar für den Low-Performer Rösler eine Lanze zu brechen.

    • zeitspiegel
      13. September 2013

      Ich bin fast voll und ganz bei dir. Aber auf ein Peerlusconi bleibt fast nur der Mittelfinger. Allerdings hätte er in der Tat als Medienprofi dieses Bild nicht freigeben dürfen.

  2. SoGesehen
    13. September 2013

    Ich weiß nicht was die Diskussion soll. Ein Politiker kann auch mal den Stinkefinger zeigen. Genauso gut kann die SZ über die Reaktionen im Web auch mal darüber lachen.
    Ernst ist mein Vorname, aber bitten nehmen sie mich nicht immer so.
    Hallo Deutschland…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12. September 2013 von in Politik und getaggt mit , , , , , , .
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