Zeitspiegel

Humanismus. Pluralismus. Zeitverständnis.

Ada Blitzkrieg im Interview zu Twitter

Ada Blitzkrieg ist all das, was Arme verschränkende, Mundwinkel verziehende, am Türrahmen lehnende Hipster gern sein wollen.
Sie ist kreativ, stets in Bewegung, innovativ und originell. Und mehr als das. Sie ist unvoreingenommen, unprätentiös und noch einiges mehr, was sich auf „un“ reimt. Und das trotz mehr als 12.000 sklavisch ergebenen Jüngern auf Twitter, die durchaus zum Arme verschränken verleiten könnten. Nachzulesen @bangpowwww und auf ihrem Blog textkrieg.de. Auch wenn Ada jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, warum sie unserem Käseblog ein Interview gewährt hat. We deserved it. Zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt, dass die Antworten intelligenter als die Fragen ausgefallen sind, was journalistisch stets wünschenswert ist:

  • Ada, wie bist Du bei Twitter gelandet?

Gelandet bin ich bisher noch nicht. Ich fahre einfach ab und zu mal dort vorbei, um meinen Schrott abzuladen, ein paar High Fives zu verteilen und mich mit interessanten Menschen zu unterhalten.

  •  Was fasziniert Dich an Twitter? Oder: Warum twitterst Du?

Twitter ist vollkommen zu unrecht als verspackte Witze-Plattform verschrien, in der man kein ernstes Wort verlieren kann und alle nur nach Fame und Egobefriedigung gieren. Es liest sich dort eine sehr hohe Newsdichte. Für mich ist Twitter interessant, weil ich erfahre was die Menschen interessiert, die mich interessieren. Das ist alles und das ist gut.

  •  Was ist für Dich ausschlaggebend, zu folgen?

Ich verspreche mir einen Mehrwert wenn ich mir die Zeit nehme, um jemanden zu lesen. Dafür muss allerdings zunächst eine gewisse Neugierschwelle überschritten werden, die mich dann zu einem geduldeten Voyeur werden lässt. Dann drücke ich den Follow-Button und lasse mich informieren und partizipiere an den Gedanken von Fremden, Bekannten oder Freunden.

  •  Was sind „no-goes“ auf Twitter?

Alles was unsere Mütter traurig machen würde.

  •  Wie wichtig ist Dir Authentizität anderer Twitterer?

Authentizität ist mir egal. Wer „Authentizität“ will, sollte sich einen Hund kaufen!

  •  Lässt sich Eitelkeit/Arroganz ab einer gewissen Follower-Anzahl vermeiden?

Das beurteilen ja immer die anderen.

  •  Wurde Dir schon Sponsoring angeboten?

Ja, aber noch nicht häufig genug. Ich hätte gerne Trendgetränke, Kochutensilien, Elektronikprodukte und ein korrektes Longboard. Ein unvernünftiges Auto wäre ebenfalls hübsch.

  •  Wie groß ist der Unterschied zwischen TL und RL?

Es gibt keine Kategorisierung von „Life“, die irgendwelchen Wertigkeiten unterliegt.

  •  Gilt, „Freunde“ auf Twitter zu RL-Freunden, wie Wasser zu Feuer? Wenn ja, warum?

Nein.

  •  Treffen im RL sind a) ein Graus, never ever (again) b) enttäuschend und wortkarg c) mitunter verlockend

Nichts von alledem. Ob ein Treffen in eine dieser Kategorien fällt, hängt immer noch vom Gegenüber und nicht von der Plattform ab, auf der man sich gerade aufhält.

  •  Du twitterst bis…?

Bis ich keine Lust mehr habe. Keine Ahnung wann das sein wird.

  •  In einer perfekten Welt gäbe es Twitter, aber kein Facebook? (don’t take it too serious)

In einer perfekten Welt gäbe es von allem sehr viel und für jeden das Richtige.

Ada, wir danken Dir.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 14. September 2012 von in Gesellschaft und getaggt mit , , , , .
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