Zeitspiegel

Humanismus. Pluralismus. Zeitverständnis.

So ist Fußball!

Lamentieren gehört zum Geschäft. Oberflächlich haben die Bayern Pech gehabt, vor allem hat Chelsea „wahnsinnig viel Glück“ gehabt. Das schöne am Fußball ist, es gibt gute Gründe, warum ein Fußballspiel verloren geht und es gibt gleichzeitig immer einiges Unerklärliches, nüchtern Zufall, verklärend Schicksal und das macht eben die Faszination Fußball aus!
War es also Pech, dass Bayern gestern das Finale verloren hat? Die Antwort lautet selbstverständlich ja und nein! Arbeiten wir die wesentliche Punkte ab:
Gewinnen im Fußball in der Regel die offensiv engagierteren Mannschaften?
Nein. Es mag zwar ungerecht erscheinen, aber Fußball ist nicht nur vordergründiges Spektakel. Entscheidend ist, welche Taktik geht am Ende auf. Wie viele Spiele haben insbesondere deutsche Mannschaften verloren, obwohl sie den Platz von vorne bis hinten beackert haben. Deutschland-Italien WM 2006, deutsche gegen italienische Mannschaften insbesondere, so auch Bayern gegen Mailand 2010. Welcher Nationalität ist noch gleich Chelseas Trainer?
War das 1:1 von Drogba nicht zu verteidigen?
Warum nicht den Bullen van Buyten, gerade frisch auf dem Platz in dieser wegweisenden Standardsituation gegen Drogba stellen. Offensichtlich versuchte man ja zumindest, ihn zu doppeln, aber ohne van Buyten. Der Einzige mit dem unbändigen Willen zum Tor bei Chelsea.
Die Gretchenfrage des Spiels: Warum schießt Robben den Elfmeter?
Es ist doch anzunehmen, dass die Verantwortlichen der Bayern über einen Strafstoß im Spiel, potenziell spielentscheidend, nachgedacht haben. Eher kümmerlich waren die letzten zwei Elfmeter, die Robben schoss. Wurde über die Konsequenzen eines Scheiterns Robbens nachgedacht? Allein um einen wertvollen Spieler zu schützen? Kippt die Stimmung der Fans in puncto Robben in München jetzt endgültig? Jedem anderen hätte man einen Fehlschuss leichter verziehen. Und wenn Robben die Verantwortung an sich reißt, muss er dann nicht auch die Konsequenzen aus einem Scheitern ziehen?
Doch die Geschichte des Spieles würde sich ganz anders lesen, wenn:
– man sich die Frage stellt, wer außer Robben denn den Mut hatte, anzutreten bzw. schon im Vorfeld eine legitime kleine Revolte gegen einen unfehlbaren Robben als Elfmeterschützen gelaufen wäre?
– Neuer Drogbas Kopfball doch über das Tor gelenkt bekommen hätte. Ja, so ist Fußball. Neuer war im Elfmeterschießen kurz davor, zum Fußballgott zu werden, einen gehalten, einen selbst verwandelt. Kein einziger Torwartfehler, aber wer würde nicht Neuers Leistung im Elfmeterschießen gegen diese eine Parade eines Unhaltbaren tauschen wollen.
– Schweinsteigers Elfmeter eben nicht am Pfosten, sondern ein paar Millimeter weiter links eingeschlagen hätte
Zwei Floskeln, und wiederholt, zum Abschluss: So ist Fußball, deshalb lieben wir ihn und Geschichte wiederholt sich:
Bayern wird wie nach der Niederlage 1999 so heiß sein, dass der Titel 2014 fällig ist. Oder?

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 20. Mai 2012 von in Tribuenenplatz und getaggt mit , , , , , .
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