Zeitspiegel

Humanismus. Pluralismus. Zeitverständnis.

Deutscher Rap – „Die da“ oder „Fremd im eigenen Land“?

Besser als auf Wikipedia kann man die Geschichte des deutschen Rap nicht nachzeichnen: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Hip-Hop . Respekt an die Autoren. Die Pioniere in der „Kohle-Mine“ Deutsch-Rap – schliesslich war es anfangs mehr als mühsam, mit deutschem Sprechgesang zu punkten, man wurde ausgebuht und ausgelacht – sind zweifelsohne Advanced Chemistry. Wie meist, machte eine eher oberflächliche Mainstream-Nummer den Rap auf deutsch salonfähig. Die Fanta4 mit „Die da“. Dennoch gebührt den Stuttgartern Respekt. Mainstream ist kein Schimpfwort und in ihren späteren Titeln haben sie, wenn nicht Rap, dann deutsche Pop-Geschichte geschrieben. Nicht zu vergessen, dass sie für den kreativen Überquell, der im Hintergrund schlummerte, die Schleusen öffneten. Keine Sterne, kein Samy de luxe, Dendemann, Fettes Brot etc. ohne 4. Dass der HipHop in Deutschland eine ähnliche Wendung wie in den USA genommen hat in Richtung Ausdrucksform der Ghettoisierten, ist in Anbetracht des sozialen Wandels nicht verwunderlich: Aggro sagt alles. Sido sticht hier allerdings als kreativster Künstler heraus. Seine Texte sind mitunter erstaunlich vielschichtig und meist auch authentisch. Definitiv besser als seine US-Pendants Snoop, Dre und Konsorten. Dass der deutsche „Mittelschicht-Rap“ überwiegend wieder in die Subkultur abgetaucht ist, auch kein Wunder. Die kommerziellen Ambitionen sind begrenzt. Jan Delay ist erstklassig, Culcha Candela massentauglich und Peter Fox virtuos, doch alles eher Crossover. Aber deutscher Style bleibt deutscher Style und das ist auch gut so.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 6. Mai 2011 von in Kultur und getaggt mit , .
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