Zeitspiegel

Humanismus. Pluralismus. Zeitverständnis.

Dem Bayern-Zirkus fehlt ein Gorilla!

Man sollte Philipp Lahm in Schutz nehmen, was man üblicherweise mit einem Chef allerdings nicht macht. Lahm ist vermutlich der rationalste Bayern-Profi und bringt den meisten Intellekt mit. Wenn im Fußball oder in jedem anderen Unternehmen nur rationale Aspekte entscheidend wären, wäre Lahm die erste Wahl. Aber ruft man sich in Erinnerung, welche Bayern-Kapitäne das Team zu größeren Triumphen, im wahrsten Sinne des Wortes, peitschten, waren das Effenberg, Kahn und auch van Bommel, nicht unbedingt als reine Gutmenschen bekannt. Natürlich kann auch Lahm jedem in die Parade grätschen, doch ist zu leicht durschaubar, dass er das allein im Sinne der Mannschaft tut. Es fehlt der „Wahnsinn“, der nicht nur jedem Gegenspieler das Blut gefrieren ließ, sondern auch die eigenen Mitspieler zu 90 Minuten über den Platz ackern antrieb. Es bringt mitunter Vorteile fürs Team, wenn der Chef nicht liebenswert ist. Dann vielleicht doch Schweinsteiger ? Aber ist er schon der Platzhirsch, vor dem alle den Kopf einziehen? Dazu ist er womöglich zu freundschaftlich mit den meisten Team-Mitgliedern verbandelt. Die Chef-Etage ist zu Recht einsam. Autorität und Freundschaft, das hat was widersprüchliches. Ach ja, da gibt es noch das Modell Dortmund, „11 Freunde müsst ihr sein“. Passt das zu den „Mia san mia“-Bayern? Die letzten Bayern-Spiele zeigen eher das Motto „Nimm du ihn, ich hab‘ ihn sicher. Mein eigener Kapitän wird mir schon nicht auf den Fuß treten.“ Und der Trainer momentan erst Recht nicht. Um die Saison zu retten, müssen Lahm und Schweinsteiger gemeinsam das Ruder an sich reißen und das Team in Reihe bringen. Querulanten wie Robben müssen in die Pflicht genommen werden und Robben muss das tun, was ihn auszeichnet: als herausragender Einzelspieler endlich entscheidende Tore schießen! Diese Ansage hat er offensichtlich noch nicht bekommen (Herr Hoeneß?). Sonst wird er auch bei seinen Lieblingsclubs in spe, Barcelona, Madrid oder Chelsea nur zweite Wahl sein. Ein Teamspieler wird aus ihm sicher nicht mehr. Das Konzept für die nächste Saison will gut überlegt sein. Ein echter Führungsspieler, ein Alpha-Männchen, im europäischen Fußball sowieso anscheinend ein Auslaufmodell, ist kaum auf dem Markt. Dann heißt es eventuell nicht mehr Bastian, sondern Herr Schweinsteiger?!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 29. April 2011 von in Tribuenenplatz und getaggt mit , , , , , .
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